Gläserner Christbaumschmuck

christbaumkugel-1Gläserner Christbaumschmuck hat eine lange Tradition. Die Ursprünge des gläsernen Christbaumschmucks liegen vermutlich im thüringischen Wald. Mehr oder weniger zeitgleich hat es aber auch die ersten gläsernen Christbaumkugeln und Christbaumschmuckfiguren im Schwarzwald und im fränkischen Wald gegeben. Dabei dürfte gläserner Christbaumschmuck aus der Not geboren sein: Die lokalen Glasbläser suchten wohl nach Möglichkeiten, ihren Christbaum an Weihnachten außergewöhnlich zu schmücken. Bis etwa Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Christbaum vorliegend mit Nüssen, Früchten und anderen Dekorationsartikeln natürlichen Ursprungs geschmückt. Die zumeist armen Glasbläser hatten kaum Geld, um besondere Dekorationsartikel anzuschaffen. Aber sie waren kreativ, fleißig und künstlerisch begabt. Deswegen begannen sie, die ersten Christbaumschmuckfiguren aus Glas zu formen. Schnell wurde die Kugel als Standardform entwickelt, die sich einfach herstellen ließ und in ihrer Variabilität kaum zu übertreffen war.

Von Deutschland aus, d.h. insbesondere aus dem thüringischen Wald wurde die Christbaumkugel aus Glas bald zum Exportschlager. Heute sind Christbaumkugeln aus Glas in der ganzen Welt beliebt. Nach wie vor werden Christbaumkugeln aus Glas im thüringischen Wald und im Fränkischen hergestellt. Einer der ältesten deutschen Hersteller von Christbaumkugeln ist Rödentaler. Das Unternehmen Rödentaler hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1907 zurück. Das Unternehmen wurde durch mehrere Generationen in der Familie weitergereicht. Stets hat Rödentaler Weihnachtskugeln hergestellt. Nach der Jahrtausendwende setzte die Krise ein. Die Konkurrenten von Rödentaler führten mehr und mehr Weihnachtskugeln aus Fernost ein, die zu Preisen am Markt platziert wurden, die der deutsche Hersteller nicht bieten konnte. Schnell vertiefte sich die wirtschaftliche Schieflage. Um etwa 2006 begann das Unternehmen, selbst auch Weihnachtskugeln aus Fernost zu importieren. Allerdings gelang es dem Unternehmen nicht, mit den großen Importeuren Schritt zu halten und auf gesunden Füßen zu stehen. Die Jahre 2010-2013 waren von wirtschaftlicher Schieflage geprägt. In 2013 wurden die Markenrechte von der Unternehmensgruppe Phalaxis übernommen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die deutsche Christbaumschmucktradition fortzusetzen und zu stärken. Vieles von dem, was Rödentaler in seinen guten Jahren ausgemacht hat, ist noch vorhanden. Viele Designs und Dekore sind noch vorhanden, viel Know-how ist noch vorhanden, manche Maler und Glasbläser ebenfalls. So kann Phalaxis anknüpfen an die Tradition der deutschen Christbaumschmuckherstellung, die Schönheit der Rödentaler Weihnachtskugeln bewahren und gleichzeitig Neues wagen. Pünktlich zum Weihnachtsfest 2014 erscheint die neue Rödentaler Kollektion.

Rödentaler Weihnachtskugeln sind ab der Kollektion 2014 nur solche Weihnachtskugeln, die in Deutschland hergestellt sind. Mundgeblasen der Weihnachtskugeln von Rödentaler sind ab 2014 in Deutschland mundgeblasen, handbemalte Weihnachtskugeln sind in Deutschland handbemalt. Es ist sicher eine sehr große Herausforderung für das Unternehmen, mit den in Deutschland anfallenden Produktionskosten gegen Fernostimporte zu bestehen. Aber die Qualität wird entscheiden: Qualitativ hochwertigen Christbaumschmuck aus Fernost zu importieren, ist problematisch. Weder kann man gleich bleibende Qualität noch höchste Präzision, noch künstlerische Handarbeit mit Fernostware erreichen. Rödentaler wird unter Beweis stellen, dass der deutsche gläserne Christbaumschmuck nicht nur seine Daseinsberechtigung hat und aus nostalgischen Gründen weiter produziert wird, sondern dass die Schönheit, der Zauber und die Einzigartigkeit in Deutschland von Hand gefertigter Weihnachtskugeln unbedingt erhaltenswert ist.