Geschenke umtauschen

Weihnachtsgeschenke umtauschen

WeihnachtsgeschenkeWenn die Bescherung vorbei ist, halten viele „das falsche Geschenk“ in der Hand. Die Farbe oder Größe gefällt nicht, man hat schon das gleiche Modell zuhause oder man hat sich schlicht etwas anderes gewünscht, aber das Christkind hat die Geschenke vertauscht. An diesem Punkt der Weihnachtstage stellt man sich häufig die Frage: kann ich mein Geschenk umtauschen? Diese Frage ist gar nicht einfach zu beantworten, weil sie von vielen Faktoren abhängt. Die Rückgabe bzw. der Umtausch von Weihnachtsgeschenken ist keine Selbstverständlichkeit, aber unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Rücktritt im Fernabsatz

Wer als Verbraucher im Fernabsatz einkauft, hat nach österreichischem Recht ein 7-tägiges Rücktrittsrecht. In Deutschland wurde die Fernabsatzrichtlinie etwas großzügiger umgesetzt, dort besteht eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Als Fernabsatzgeschäft gelten Einkäufe, die über Fernkommunikationsmittel abgeschlossen wurden, wo man also nicht physisch in ein Geschäftslokal gegangen ist und die Möglichkeit hatte, das Produkt vorher anzuschauen. Klassische Fernabsatzgeschäfte sind der Einkauf im Internet oder über Versandhäuser. In diesen Fällen hat der Verbraucher ab Erhalt der Ware 7 Tage (in Deutschland 14 Tage) Zeit, vom Geschäfts zurückzutreten. Er muss das nicht begründen, sondern lediglich die Ware an den Verkäufer zurückschicken.

Obwohl das nicht gesetzlich vorgesehen ist, verlangen praktisch alle Verkäufer, dass eine Kopie oder das Original der Rechnung mitübermittelt wird. Im Fall von Weihnachtsgeschenken bedeutet das freilich, dass der Geschenkgeber dem Beschenkten die Rechnung überlassen muss, setzt also eine gewisse Absprache darüber voraus, dass das Geschenk zurückgeschickt werden soll. Überhaupt ist angesichts der kurzen Frist etwas Eile geboten. Wenngleich Feiertage und Sonntage nicht in die Fristenberechnung fallen, so beginnt die Frist doch mit Erhalt der Lieferung zu laufen.

Ein Rücktritt ist übrigens ausgeschlossen, wenn es sich um verderbliche oder eigens für den Kunden angefertigte Produkte handelt. Ein Fotokalender oder ähnliche individuell gestaltete Geschenke können daher nicht zurückgegeben werden.

Nachträglicher Umtausch von Geschenken

Wer nicht im Fernabsatz gekauft hat, hat grundsätzlich kein Umtauschrecht! Hier liegt es primär an der Kulanz des jeweiligen Verkäufers, nach Weihnachten Artikel zurückzunehmen oder umzutauschen. Die
Einräumung eines Umtauschrechtes muss nämlich eigens vereinbart werden. In der Praxis passiert das etwa dadurch, dass bei der Kassa im Geschäft die Umtauschbedingungen bekannt gemacht werden. Diese sind aber ganz dem Verkäufer überlassen und wenn dieser keinen Umtausch gewährt, wird man ihn dazu nicht zwingen können.

Ein Umtauschrecht des Käufers kann sich aber auch aufgrund einer nachträglichen Vereinbarung mit dem Verkäufer ergeben. Der Verkäufer kann dem Kunden daher auch nachträglich entgegenkommen und den Umtausch (freiwillig) vornehmen. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass auch in diesem Fall die Rechnung vorzulegen ist. Ebenso steht es dem Verkäufer frei, bei Rücknahme von Waren den Kaufpreis in Geld zu refundieren oder Gutscheine auszustellen.

Gewährleistung und Garantie

Davon zu unterscheiden ist ein Umtausch einer mangelhaften Sache, was ein Ausfluss des Gewährleistungsrechts ist. Jeder Händler ist Verbrauchern gegenüber zur Gewährleistung verpflichtet. Umgangssprachlich spricht man auch gerne von „Garantie“, das ist aber etwas ganz anderes (siehe sogleich). Gewährleistung bedeutet, dass der Verkäufer dafür Gewähr leistet, dass die Ware im Zeitpunkt der Übergabe mangelfrei war. Tritt in den ersten 6 Monaten nach Übergabe ein Mangel auf, wird von Seiten des Gesetzes vermutet, dass dieser Mangel bereits bei Übergabe vorgelegen hat. Zu beachten ist, dass Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen keine gewährleistungspflichtigen Mängel sind. Das Gewährleistungsrecht hilft dort, wo ein Geschenk nur kurzlebig ist, weil es eben mangelhaft verarbeitet ist – hier sollte ein Umtausch in den ersten 6 Monaten kein Problem sein. Die Gewährleistungsfrist läuft bei beweglichen Gegenständen allerdings 2 Jahre lang, wenngleich nach dem Ablauf der ersten 6 Monate die Mangelhaftigkeit im Zeitpunkt der Übergabe vom Käufer zu beweisen ist.

Während die Gewährleistung gesetzlich zwingend ist, ist im Unterschied dazu die Garantie eine freiwillig vom Verkäufer gewährte Zusage. Er kann seine Bedingungen und seine Dauer selbst festlegen und auch gänzlich auf eine Garantie verzichten.

Umtauschbörsen für Weihnachtsgeschenke

Neben dem Umtausch im Geschäft kann man auch einen kreativen Ansatz wählen und versuchen, sein Geschenk mit einem anderen Beschenkten zu tauschen. Das kann unter Umständen für beide Seiten eine gewinnbringende Situation sein und man erspart sich den Weg zurück ins Geschäft. Es gibt neben den klassischen Handelsplattformen wie eBay oder Willhaben auch regelmäßig eine Geschenkbörse des ORF, die sich aus dem Ö3 Pleiten-, Pech- und Pannendienst heraus entwickelt hat.